Raiffeisenkasse - Grettstadt

Direkt zum Seiteninhalt
Dürrfeld - Geschichte - Banken - Raiffeisenkasse
Darlehenskassenverein Dürrfeld eGmuH

Das Gründungsprotokoll des Darlehenskassenverein Dürrfeld eGmuH vom 29. April 1904 im Gasthaus Markert leitete der Landwirt Franz Klemm. Dieser ernannte Stefan Behl zum Protokollführer. Der weitere Text des Gründungsversammlungsprotokolls lautet:

„Zunächst wurden Zweck und Ziele der Raiffeisenvereine besprochen, das Statut beraten und die dabei notwendigen Ergänzungen vorgenommen. - Dasselbe wurde von ??? Anwesenden unterschrieben."

Nachdem sich durch Unterzeichnung des Statuts ein Spar- und Darlehenskassenverein Dürrfeld eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht gebildet hatte, trafen sich die Mitglieder zur ersten Generalversammlung zusammen und nahmen sogleich die erforderlichen Wahlen vor.

Gewählt wurden in mündlicher Abstimmung, gegen welche Wahlart auf ergangene Anfrage von keiner Seite Widerspruch erhoben wurde.

Die Wahlen ergaben als Ergebnis:

Die Vorstandschaft des Darlehenskassenverein Dürrfeld eGmuH:
1. Vorsitzender
2. Vorsitzender
Rechner
Beisitzer
Beisitzer
Beisitzer
Franz KlemmKaspar MarkertVinzenz KöhlerPeter HartmannGeorg SeufertFranz Fischer
Der Aufsichtsrat des Darlehenskassenverein Dürrfeld eGmuH:

Lehrer Michael Hilpert, Peter Muck, Philipp Leppich, Georg Berthold, Georg Reuß und Johann Kreis.

Der Vorstand war berechtigt, Einlagen bis zu einem Gesamtbetrag von 5.000 Mark aufzunehmen. Kredite durften im Einzelfall bis maximal 1.000 Mark ausgereicht werden.

Schon acht Wochen später, am 29. Juni fand die nächste Generalversammlung statt. Hier wurden auch die Kredite, die vergeben wurden, aufgezählt. Aber auch das Warengeschäft war wichtig. So wurde ein Waggon Kunstdünger ‚auf Kosten des Vereins‘ beschafft.
Wie üblich war die Anfangseuphorie auch in Dürrfeld groß. Die dritte Generalversammlung fand dann schon wieder am 8. Juli statt. Als zweiter Tagesordnungspunkt wurde festgehalten, dass von der Zentral-Darlehenskasse ein Betrag von 1.000 M aufgenommen wurde, der in zwei Jahresraten zurückzuzahlen war.

Bei der nächsten Versammlung, die dann erst wieder 1905 abgehalten wurde, notierte der Protokollant, dass von 19 Mitgliedern nur neun erschienen. 1906 wurde das Gehalt des Rechners auf 70 M jährlich erhöht.
Darlehenskassenverein Dürrfeld und Umgebung eGmbH

Eine außergewöhnliche Änderung erfuhr das Statut bei der Generalversammlung am 29. Juni 1907. Der Name wurde in Darlehenskassenverein Dürrfeld und Umgebung eGmbH geändert. Es ist die einzige bekannte Genossenschaft, die sich vor 1950 in eine Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht umwandelte.

Bei der Generalversammlung am 5. März 1944 in der Gastwirtschaft Franz Klemm, von der von nur noch 29 Mitgliedern 17 anwesend waren, wurde - kriegsbedingt - auf Neuwahlen für Vorstand und Aufsichtsrat verzichtet. Dafür wurde angeregt, die Dreschmaschine reparieren zu lassen. Weiter wird vermerkt: „Anstelle des früheren Rechners Rudolf Köhler erledigt dessen Schwester Irma Köhler die Geschäfte.“ Der Rechner war im Krieg gefallen. Auch im Januar 1945 wurden keine Neuwahlen durchgeführt.
Raiffeisenkasse Dürrfeld eGmuH

Ein neuer Name wurde der Kasse anlässlich der Generalversammlung am 6. Juli 1952 gegeben: Raiffeisenkasse Dürrfeld eGmuH.
Raiffeisenkasse Dürrfeld-Pusselsheim eGmbH

1960 wurde der Name in Raiffeisenkasse Dürrfeld-Pusselsheim eGmbH geändert.

Trotz der relativ großen Mitgliederzahl konnte bei der Generalversammlung am 5. September 1964 kein drittes Aufsichtsratsmitglied gewählt werden, obwohl es satzungsgemäß notwendig war. Deshalb wurde eine erneute Versammlung für den 29. November in das Gasthaus Hauck in Dürrfeld eingeladen.

Nach dem Krieg war bei fast allen Generalversammlungen im Raum Schweinfurt ein Vertreter der Bayerischen-Raiffeisen-Zentralbank anwesend. 1967 vertrat diese Bank der stellvertretende Filialleiter Geissler. Bei dieser Versammlung war zum ersten Mal von einem Geschäftsführer und nicht mehr von einem Rechner die Rede. Er wies darauf hin, dass die Kassenstunden nun mehr auf elf Wochenstunden erweitert wurden (Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils von 18 bis 20 Uhr, Samstag von 8 bis 12 Uhr), dafür aber am Sonntag die Kassenstunden ausfielen. In Pusselsheim (Anschrift: Pusselsheim 10) würde jeden Mittwoch von 20 bis 21 Uhr im Rathaus die Möglichkeit zur bequemen und schnellen Abwicklung von laufenden Geschäften gegeben.

Köhler monierte bei dieser Gelegenheit, dass die Beschaffung einer Ackerwalze noch nicht entschieden ist. Er brachte klar zum Ausdruck, dass die Behandlung der vorhandenen Geräte nicht gerade schonend erfolgen würde. Bürgermeister Ernst Ott dankte der Genossenschaft für ihre Arbeit und bestätigte, dass sie der größte Steuerzahler der Gemeinde sei. Er forderte deshalb die Anwesenden auf, noch stärker mit der Bank zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig übte er Kritik an den langen Wartezeiten bei den Kontoauszügen, Zinsrechnungen und auf die Jahresabschlüsse.
Raiffeisenbank Grettstadt-Dürrfeld-Pusselsheim eGmbH

1970 erfolgte die Fusion mit der Raiffeisenbank Grettstadt, die später mit der Raiffeisenbank Gochsheim-Grafenrheinfeld fusionierte.
Raiffeisenbank Grettstadt-Sulzheim eG

Am 28. November 1980 wurde mit der Nachbargenossenschaft Sulzheim-Kleinrheinfeld-Alitzheim eine Gemeinschaft gebildet. Der neue Firmenname lautet nun Raiffeisenbank Grettstadt-Sulzheim eG mit Sitz in Grettstadt.

<-   Das frühere Lagerhaus in Dürrfeld
Raiffeisenbank Gochsheim-Grafenrheinfeld-Grettstadt-Sulzheim eG

Das Ende der selbstständigen Genossenschaft gab es durch eine große Verschmelzung im Jahre 1987, als sich die beiden Raiffeisenbanken Grettstadt-Sulzheim eG und die Raiffeisenbank Gochsheim-Grafenrheinfeld eG zusammenschlossen. Die Firma hieß nun mit dem ellenlagen Namen Raiffeisenbank Gochsheim-Grafenrheinfeld-Grettstadt-Sulzheim eG. Die Warenabteilung der Raiffeisenbank Grettstadt-Sulzheim eG blieb auf Grund der in Jahrzehnten gewachsenen Verhältnisse Bestand des Geschäftsbetriebes unter Aufrechterhaltung der Lagerstellen in Grettstadt, Sulzheim und Dürrfeld.

Auch nach der Fusion wurden die Kunden in Dürrfeld nicht vergessen. Als Zweigstelle von Gochsheim erhielten sie 1978 ein neues Lagerhaus mit einem Büro. Außerdem wurde eine Lose-Dünger-Kette eingerichtet. Die letzte Adresse in Dürrfeld war die Rathausstraße 26 - 28.

Die bisherige Raiffeisenkasse Dürrfeld-Pusselsheim vertraten in der Raiffeisenbank Gochsheim-Grafenrheinfeld-Grettstadt-Sulzheim die Aufsichtsräte Elmar Köhler aus Dürrfeld und Alois Voit aus Pusselsheim.

VR-Bank Schweinfurt-Land eG

Mit der großen Dreier-Fusion der Raiffeisenbanken Schonungen-Stadtlauringen eG, Gochsheim-Grafenrheinfeld-Grettstadt-Sulzheim eG und Sennfeld-Schwebheim eG 1997 wurde die VR-Bank Schweinfurt Land eG mit Sitz in Sennfeld etabliert.

VR-Bank Schweinfurt eG

Nach dem - erzwungenen - Ausscheiden des Vorstandsmitgliedes Wolfgang Münzer und dem freiwilligen Ausscheiden des Vorstandssprechers Gerhard Hefner war die VR-Bank Schweinfurt Land eG für eine Fusion offen. Die Verwaltung und die Mitglieder der Raiffeisenbank Schweinfurt, die bereits die Stadt Schweinfurt und den westlichen Teil des Landkreises Schweinfurt besetzt hatten, zeigten sich für eine Fusion ‚unter gleichen‘ offen. Zwar hatte die VR-Bank das größere Kundenvolumen, doch die Raiffeisenbank die wesentlich stärkere Ertragskraft, so dass man sich einigte, dass die Raiffeisenbank die übernehmende Bank werden sollte, dafür stellte die VR-Bank den Sitz und den Aufsichtsratsvorsitzenden.

Dem neuen Vorstand 2009 gehörten nun neben dem Vorstandsvorsitzenden Günther Liepert die Kollegen Peter Oppolzer und Bruno Döpfert an. Der Aufsichtsrat bestand aus 12 Personen, davon fünf aus dem Bereich der Raiffeisenbank. Als juristischer Sitz wurde Schweinfurt bestimmt, während der größte Teil der Marktfolgemitarbeiter im großen Verwaltungsgebäude in Sennfeld wirkte. Ein kleinerer Teil wurde auch im bisherigen effektiven Sitz der Raiffeisenbank in Arnstein weiter beschäftigt. Das vereinigte Institut erfüllte die Erwartungen. Schon im ersten Jahr konnte die Bilanzsumme von 657 Millionen auf 734 Millionen Euro gesteigert werden. Der effektive Jahresüberschuss belief sich auf starke 1.771.671 Euro. Und dies obwohl zum ersten Mal seit sechs Jahren die Wirtschaft im Jahre 2009 schrumpfte. Das Gesamtkundenvolumen betrug zum Jahresende 2009 rund 1,5 Milliarden Euro.

Die Vorstands- / Aufsichtsratsvorsitzenden und Rechner:
Zeiträume
Vorstandsvorsitzender
Aufsichtsratsvorsitzender
Rechner / Geschäftsführer
1904 -Franz KlemmLehrer Michael HilpertVinzenz Köhler
1922 - Vinzenz KöhlerGeorg LenzJoseph Köhler
1931 -Raimund Barthel

1933 -

Rudolf Köhler
1944 -Anton SpiegelFranz KlemmIrma Köhler
1947 -Leo Lenz

1952 -Otto Köhler
Ernst Köhler
1960 -

Elmar Köhler
1967 -Leo Lenz

Wie man sieht, blieb das Rechneramt während der gesamten Lebensdauer der Genossenschaft in den Händen der Familie Köhler. Darüber hinaus stellten sie häufig auch Vorstands- und Aufsichtsratsratsmitglieder.

Bilanzsumme, Mitglieder, Gewinn, Warenumsatz:
Zeitraum
Mitglieder
Bilanzsumme
Gewinn / Verlust
Warenumsatz
1904197.540-64
19051929.409436
19103273.498
5.709
191364124.909
6.261
192180M 849.500M 408
192587GM 21.028GM 207
19308652.150616
19356853.7594095.607
194271291.5887606.069
194583RM 686.183RM -546RM 603
195067DM 89.798DM 171DM 15.267
196084391.7802292.374
1965
616.790
141.000
1969
1.044.056

Arnstein, 11. September 2016, Günther Liepert
Zurück zum Seiteninhalt