Raiffeisenkasse - Grettstadt

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Grettstadt - Geschichte - Banken - Raiffeisenkasse
Darlehenskassenverein Grettstadt eGmuH

Eingetragen wurde der Darlehenskassenverein Grettstadt eGmuH in das Genossenschaftsregister Schweinfurt Nummer 18 Band IV nach seiner Gründung. Den ersten Vorstand bildeten Bürgermeister Michael Vogler als Vorsitzender, Georg Ringler als dessen Stellvertreter sowie Caspar Walter, Johann Rückel und Josef Müller als Beisitzer. Daneben gab es viele Jahre eine weitere Genossenschaft, die Dreschgenossenschaft Grettstadt eGmuH.
Die Vorstandschaft des Darlehenskassenverein Grettstadt eGmuH:
1. Vorsitzender
2. Vorsitzender
Rechner
Beisitzer
Beisitzer
Beisitzer
Bürgermeister Michael VoglerGeorg RinglerLehrer Kaspar DorschCaspar WalterJohann RückelJosef Müller
Der Aufsichtsrat des Darlehenskassenverein Grettstadt eGmuH:

Pfarrer Mathäus Klinger, Johann Krapf und Nikolaus Vollmuth.

Hier soll aus der Vereinschronik von 1970 zitiert werden:

„Am 9. Juni 1895 fanden sich 82 Bürger der Gemeinde Grettstadt zusammen und beschlossen, einen Spar- und Darlehenskassenverein zu gründen.

Die erste Generalversammlung wurde am Johannitag, dem 24. Juni 1895 abgehalten. Das Grundkapital betrug 1.000 Mark und wurde in Form von Kautionen von den einzelnen Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Regelmäßig bis 1930 fanden jährlich zwei Generalversammlungen, eine im Frühjahr und eine im Herbst, statt. Wer bei diesen Hauptversammlungen unentschuldigt fehlte, musste eine Konventionalstrafe von 50 Pfennigen entrichten. Für diesen Betrag bekam man damals fünf bis sieben Liter Bier.

Schon um das Jahr 1900 wird die gemeinsame Beschaffung von Kunstdünger erwähnt. Ferner wurde im Jahre 1909 die erste Dampfdreschmaschine angeschafft. Bis ins Jahr 1910 wickelte der Darlehenskassen-Verein seine gesamten Geldgeschäfte nur mit den Mitgliedern ab. Die einen stellten die Anleihen, die anderen erhielten Kredite. Als Sicherheiten wurden unter anderem sogar Viehverpfändungen vorgenommen. Noch im gleichen Jahr fand der Anschluss an die Zentraldarlehenskasse in München statt. Die Zahl der Mitglieder hatte sich bis dahin bereits verdoppelt. Dadurch blühte das Geschäft und man sprach, bedingt durch den stetig steigenden Warenumsatz, vom Bau einer vereinseigenen Lagerhalle. Schon zu dieser Zeit war die Zusammenarbeit der Genossenschaft mit der Gemeinde und der Kirche vorbildlich. 1908 erhielt die Gemeinde zum Schulhausbau ein Darlehen. Außerdem leistete die Darlehenskasse für Kirchenrenovierungen und für den Ausbau des Kindergartens finanzielle Hilfe.

Einige Jahre später, beim Kriegsausbruch 1914, verzeichnete die Genossenschaft einen Buchumsatz von nahezu einer Million Mark. Leider musste sie dann durch die Wirren des Krieges und der Nachkriegszeit einige Rückschläge hinnehmen. Die Kriegsanleihen erlitten erhebliche Kursverluste. Dazu bereitete die Inflation im Jahre 1923 der Vorstandschaft, dem Rechner und nicht zuletzt den Mitgliedern große Sorge. Aber schon drei Jahre später spürte man wieder neue Aufbauarbeit im Verein. Viele Arbeitslose erhielten preisgünstiges Heizmaterial. Kleinkredite halfen ihnen über die Notzeit hinweg." (weiter nach Spar- und Darlehenskasse Grettstadt eGmuH)
Spar- und Darlehenskassenverein Grettstadt eGmuH

Hieß die Genossenschaft erst seit 1936 Spar- und Darlehenskassenverein Grettstadt eGmuH, wurde sie auf Grund der Verbandsforderung ab Juni 1938 in Spar- und Darlehenskasse Grettstadt eGmuH schon wieder geändert.
Spar- und Darlehenskasse Grettstadt eGmuH

(Fortsetzung der Vereinschronik von 1970) "Die Aufwärtsentwicklung kam durch den plötzlichen Kriegsausbruch 1939 zum völligen Stillstand.

Nach dem totalen Zusammenbruch 1945 erhielt die Genossenschaft allmählich wieder neuen Auftrieb. Bei der ersten ordentlichen Generalversammlung nach dem Zweiten Weltkrieg am 17. Dezember 1947 waren 108 Mitglieder anwesend. Obwohl die zweite Währungsreform im Jahre 1948 die gesamte Wirtschaft erneut zurückwarf und der deutsche Bürger wieder von vorne beginnen musste, erlebte der Darlehenskassen-Verein in den folgenden Jahren weiter Aufschwung.

Raffeisenkasse Grettstadt eGmuH

Fünf Jahre später (1953) wurde der Spar- und Darlehenskassen-Verein in Raiffeisenkasse Grettstadt eGmuH umbenannt.
Bis 1957 wurden die Geschäfte in den Wohnungen der jeweiligen Rechner abgewickelt. Aber die Größe der Genossenschaft machte es dringend notwendig, endlich ein eigenes Gebäude mit Kassenräumen und einer Lagerhalle zu erstellen. So konnte im gleichen Jahre auf eigenem Gelände durch die Initiative des damaligen Rechners Eugen Wolf das heutige Geschäftsgebäude mit Lagerhalle fertiggestellt werden. Die Einweihung erfolgte im Mai 1957. Durch diese Zentralisierung hat sich in den folgenden Jahren das Geschäftsvolumen wesentlich erweitert. Die Bilanzsumme überstieg 1960 zum ersten Mal die Millionengrenze und der Gesamtumsatz zehn Millionen.
Raiffeisenkasse Grettstadt eGmbH

Im Jahre 1961 wurde die Umwandlung in eine Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht vollzogen.

Heute, nach dreizehnjährigem Wirken im eigenen Geschäftsgebäude, zählt die Raiffeisenkasse Grettstadt 342 Mitglieder. Die Bilanzsumme beläuft sich auf fast 3,5 Millionen Mark und der Gesamtumsatz hat die Dreißig-Millionen-Grenze erreicht. Im Warengeschäft wird jährlich circa eine halbe Million Mark umgesetzt. Das Personal besteht aus dem Geschäftsführer, drei Angestellten, einem Lagerhalter und einem Lehrling. Noch in diesem Jahr beabsichtigt man, eine Zweigstelle im Ort zu errichten.

So hat sich der Spar- und Darlehenskassen-Verein Grettstadt, der in erster Linie als Wirtschaftseinrichtung der heimischen Landwirtschaft gegründet worden war, zu einer ‚Bank für Jedermann‘ entwickelt. Bei ihr können sämtliche Bankgeschäfte wahrgenommen werden. Die Mitglieder und Kunden kommen aus allen Berufsgruppen.
Über dieser Entwicklung wollen wir aber nicht verkennen, dass ohne das Vertrauen der Mitglieder und Kunden aus unserer Genossenschaft nicht das geworden wäre, was sie heute im Wirtschaftsleben unseres Dorfes darstellt. Sie hat sich, wenn wir heute auf ihre 75jährige Geschichte zurückblicken, als eine segensreiche Einrichtung unserer Gemeinde erwiesen. Sie ist ein Werk der Gemeinschaft und hat immer der Gemeinschaft und damit auch jedem einzelnen gedient. Stolz darf sich die Raiffeisenkasse Grettstadt eGmbH das führende Bankinstitut der Gemeinde nennen.

Möge die Jugend das Werk ihrer Väter pflegen und weiter ausbauen, damit die Idee Friedrich Wilhelm Raiffeisens auch in Zukunft in unserer Gemeinde weiterlebe.“
Im Sommer 1970 wurde in der Ortsmitte im Anwesen der Familie Hermann und Cäsilia Firsching eine Zahlstelle errichtet. In diesem Jahr erfolgte die erste Fusion mit einer Nachbargenossenschaft: Der Raiffeisenkasse Dürrfeld-Pusselsheim eGmbH. Im gleichen Jahr wurde dann aus der Raiffeisenkasse Grettstadt die Raiffeisenbank Grettstadt-Dürrfeld-Pusselsheim eGmbH.
Raiffeisenbank Grettstadt-Dürrfeld-Pusselsheim eGmbH

1970 erfolgte die Fusion mit der Raiffeisenbank Grettstadt, die später mit der Raiffeisenbank Gochsheim-Grafenrheinfeld fusionierte.
Raiffeisenbank Grettstadt-Sulzheim eG

Am 28. November 1980 wurde mit der Nachbargenossenschaft Sulzheim-Kleinrheinfeld-Alitzheim eine Gemeinschaft gebildet. Der neue Firmenname lautet nun Raiffeisenbank Grettstadt-Sulzheim eG mit Sitz in Grettstadt.
1982 wurde neben Roland Hopfauer, der seit 1961 hauptamtlicher Geschäftsführer war,  der frühere Auszubildende Wolfgang Münzer zum Vorstand bestellt.

Von den in den USA lebenden Eheleuten Hans und Veronika Schech wurde das Anwesen in der Hauptstraße 3 erworben und zu einer repräsentativen Hauptstelle umgebaut. 1984 wurde es nach einjähriger Bauzeit eingeweiht.
Raiffeisenbank Gochsheim-Grafenrheinfeld-Grettstadt-Sulzheim eG

Das Ende der selbstständigen Genossenschaft gab es durch eine große Verschmelzung im Jahre 1987, als sich die beiden Raiffeisenbanken Grettstadt-Sulzheim eG und die Raiffeisenbank Gochsheim-Grafenrheinfeld eG zusammenschlossen. Die Firma hieß nun mit dem ellenlagen Namen Raiffeisenbank Gochsheim-Grafenrheinfeld-Grettstadt-Sulzheim eG. Die Warenabteilung der Raiffeisenbank Grettstadt-Sulzheim eG blieb auf Grund der in Jahrzehnten gewachsenen Verhältnisse Bestand des Geschäftsbetriebes unter Aufrechterhaltung der Lagerstellen in Grettstadt, Sulzheim und Dürrfeld. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass der Vorstands- oder Aufsichtsratsvorsitzende aus dem ehemaligen Geschäftsgebiet der Raiffeisenbank Grettstadt-Sulzheim zu wählen ist. Falls der Aufsichtsratsvorsitzende aus dem Geschäftsgebiet der Raiffeisenbank Gochsheim-Grafenrheinfeld kommt, musste der stellevertretende Aufsichtsratsvorsitzende in dem bisherigen Geschäftsgebiet der Raiffeisenbank Grettstadt-Sulzheim wohnhaft sein. Die Mitarbeiter der Raiffeisenbank Grettstadt-Sulzheim werden von der Raiffeisenbank Gochsheim-Grafenrheinfeld arbeitsrechtlich ohne Veränderung übernommen. Der Geschäftsanteil wurde in der gemeinsamen Bank auf 500 DM festgelegt und die Haftsumme auf 1.000 DM bestimmt.

Dabei war die Abstimmung in Grettstadt nicht so einfach. Im ersten Wahlgang stimmten von 481 abgegebenen Stimmen nur 352 für und 125 gegen die Fusion mit Gochsheim-Grafenrheinfeld. Erst nach einem Appell des hauptamtlichen Geschäftsführers Roland Hopfauer fanden sich einige Befürworter mehr und es gab 370 Ja-Stimmen und nur noch 111 Nein-Stimmen.
VR-Bank Schweinfurt-Land eG

Mit der großen Dreier-Fusion der Raiffeisenbanken Schonungen-Stadtlauringen eG, Gochsheim-Grafenrheinfeld-Grettstadt-Sulzheim eG und Sennfeld-Schwebheim eG 1997 wurde die VR-Bank Schweinfurt Land eG mit Sitz in Sennfeld etabliert.
VR-Bank Schweinfurt eG

Nach dem - erzwungenen - Ausscheiden des Vorstandsmitgliedes Wolfgang Münzer und dem freiwilligen Ausscheiden des Vorstandssprechers Gerhard Hefner war die VR-Bank Schweinfurt Land eG für eine Fusion offen. Die Verwaltung und die Mitglieder der Raiffeisenbank Schweinfurt, die bereits die Stadt Schweinfurt und den westlichen Teil des Landkreises Schweinfurt besetzt hatten, zeigten sich für eine Fusion ‚unter gleichen‘ offen. Zwar hatte die VR-Bank das größere Kundenvolumen, doch die Raiffeisenbank die wesentlich stärkere Ertragskraft, so dass man sich einigte, dass die Raiffeisenbank die übernehmende Bank werden sollte, dafür stellte die VR-Bank den Sitz und den Aufsichtsratsvorsitzenden.

Dem neuen Vorstand 2009 gehörten nun neben dem Vorstandsvorsitzenden Günther Liepert die Kollegen Peter Oppolzer und Bruno Döpfert an. Der Aufsichtsrat bestand aus 12 Personen, davon fünf aus dem Bereich der Raiffeisenbank. Als juristischer Sitz wurde Schweinfurt bestimmt, während der größte Teil der Marktfolgemitarbeiter im großen Verwaltungsgebäude in Sennfeld wirkte. Ein kleinerer Teil wurde auch im bisherigen effektiven Sitz der Raiffeisenbank in Arnstein weiter beschäftigt. Das vereinigte Institut erfüllte die Erwartungen. Schon im ersten Jahr konnte die Bilanzsumme von 657 Millionen auf 734 Millionen Euro gesteigert werden. Der effektive Jahresüberschuss belief sich auf starke 1.771.671 Euro. Und dies obwohl zum ersten Mal seit sechs Jahren die Wirtschaft im Jahre 2009 schrumpfte. Das Gesamtkundenvolumen betrug zum Jahresende 2009 rund 1,5 Milliarden Euro.

Die Vorstands- / Aufsichtsratsvorsitzenden und Rechner:
Zeiträume
Vorstandsvorsitzender
Aufsichtsratsvorsitzender
Rechner / Geschäftsführer
1895 -Bürgermeister Michael VöglerPfarrer Mathäus KlingerLehrer Kaspar Dorsch
1896 -
Pfarrer Kilian Brech
1899 -

Josef Firsching
1900 -Alois Schürger
Johann Georg Nöth
1904 -Georg Riegler

1908 -Johann Adam Brändler

1916 -
Pfarrer Pfister
1920 -Josef Wischer

1922 -

Hans Ziegler
1922 -

Johann Nöth
1925 -

Eugen Wolf
1930 -Euchar Schirling

1931 -
Friedrich Popp
1933 -
Michael Lenhard
1934 -
Christian Hellerich
1943 -

Anton Vollmuth
1947 -Josef LendnerEuchar Schirling
1953 -Friedrich PoppAlfons FirschingEugen Wolf
1957 -

Konrad Markert
1958 -
Josef Fegelein
1960 -
Ernst HeußnerAlwin Rückel (Weyer)
1961 -

Roland Hopfauer
1970 -Emil Lenhard

1982 -
Elmar Köhler
1987 -Rudolf Bandorf

Wie man sieht, blieb das Rechneramt während der gesamten Lebensdauer der Genossenschaft in den Händen der Familie Köhler. Darüber hinaus stellten sie häufig auch Vorstands- und Aufsichtsratsratsmitglieder.

Bilanzsumme, Mitglieder, Gewinn, Warenumsatz:
Zeitraum
Mitglieder
Bilanzsumme
Gewinn / Verlust
Warenumsatz
18959212.195-137
19009656.407758
1906123149.350-2535.709
1910138159.24253511.440
1915149268.593673
1920137101.441573
1925168GM 66.5291.194
1930161223.3801.908
1935180234.160810
1945181RM 1.873.152RM -962RM 1.781
1950196DM 214.376DM -1.369DM 55.583
19602591.090.1532.254406.261
1965
2.084.505

1970
5.263.701

1975
10.815.608

198097217.403.98450.712
19851.22142.726.36768.013
Arnstein, 12. September 2016, Günther Liepert
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